Tagungsband
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- Letztes Update: Donnerstag, 24. November 2011
Tagungsband zum 15. Münchner Fortbildungsseminar als Buch erschienen
Zum diesjährigen Fortbildungsseminar Geoinformationssysteme wurde, in Zusammenarbeit mit dem abc-Verlag, erstmals der Tagungsband des 15. Münchner Fortbildungsseminar Geoinformationssysteme als Buch herauszugeben. Das 240-seitige Exemplar gibt einen sehr schönen Überblick über die aktuellen Themen des Seminars. Der Tagungsband ist die erste Ausgabe der neuen Buchreihe „GIS.EVENTS“ des abc-Verlags. Das Buch ist über den Buchhandel oder über die Geschäftsstelle des Runder Tisch GIS e.V. für 30 € zu beziehen.
Jedes
Jahr im März findet an der TU-München das traditionell gewordene Seminar
Geoinformationssysteme statt. Organisationsverantwortlicher ist seit Beginn Matthäus Schilcher, Professor
dieser Disziplin, der in Zusammenarbeit mit dem Runden Tisch GIS e.V. das
Seminar durchführt und gestaltet.
Der
Anlass ist mit der Zeit zu einer Referenzveranstaltung in Deutschland geworden,
an welcher die neuesten Tendenzen der
Forschung, der Gesetzgebung, des Marktes und der Politik im Bereich der
Geoinformation verständlich und aus einem neutralen und praxisorientierten
Blickwinkel analysiert und dargestellt werden. Der Erfolg des Seminars kann
anhand der Anzahl eingeschriebener Teilnehmer erkannt werden: Im 2010 waren 370
Teilnehmer aus dem In- und Ausland eingeschrieben,
davon 48% aus Verwaltungen, 34% aus Industrie- und
Dienstleistungsbetrieben und 18% aus
Wissenschaft und Forschung.
Diese
Erfolge, die sich Jahr für Jahr wiederholen, haben die Organisatoren bewogen,
parallel zu den Vorträgen auch einen Tagungsband zu veröffentlichen, in welchem
Seminarteilnehmer und weitere Interessenten einen Einblick in die aktuellsten
Entwicklungen der Geoinformationstechnologie erhalten, einzelne Themen nach
Bedarf vertiefen und sich ein Bild der Zukunft dieser Disziplin machen
können.
Der
Band (240 reichlich illustrierte und gepflegt gedruckte Seiten) enthält
Beiträge, die leicht lesbar sind, ausführliche Literaturhinweise für eine
Vertiefung und Angaben über Web-Seiten,
auf welchen das Thema behandelt oder demonstriert wird.
Die
Leser können bereits bei einer Analyse des Inhaltsverzeichnisses erkennen,
welches die heutigen Kernfragen sind und welche Entwicklungen in den
Geoinformationsberufen sowie in der Technik zu erwarteten sind. Ebenfalls
vorgestellt werden die Faktoren, die sich indirekt auf den Markt auswirken und
die Berufstätigkeiten von Morgen stark beeinflussen werden.
Ein
erster Schwerpunkt erkennt man in den europäischen GDI-Aktivitäten (INSPIRE,
GMES und andere), aus welchen man grosse
Impulse erhofft. Was ist zu erwarten? Wird Europa den Rückstand gegenüber
Amerika aufholen? Eine sichere Antwort kann nicht gegeben werden, aber in
verschiedenen Artikeln beschreiben die Autoren Ziele und Auswirkungen dieser
Vorhaben auf den beteiligten Stufen (nationale, regionale und kommunale).
Mehrere Autoren (M. Fornefeld, A. Fichtinger und T. Kutzner, P. Staub, U.
Huber, G. Strunz, K. Hosse) beleuchten
aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Bedeutung der europäischen
Programme auf die Entwicklung des Geodatenmarkts. Ebenfalls besprochen oder
angedeutet werden die Fragen der Interoperabilität, die nicht nur syntaktisch
sondern auch semantisch realisiert werden muss.
Einen
zweiten Schwerpunkt der Aufmerksamkeit finden die Autoren in der heute sehr oft erwähnten Möglichkeit,
die Geodaten von den Anwendern selbst erfassen zu lassen. Dieser Ansatz für
eine Kostenreduktion wird heute international oft vertreten und in Beziehung
mit den modernen Sozialnetzwerken (Facebook, Netlog und andere) gebracht. Es gibt allerdings auch erfolgversprechendere
Lösungen, die die Zuverlässigkeitsvoraussetzungen eines professionellen GIS
erfüllen und die im Tagungsband überzeugend vorgestellt werden. Besonders zu
erwähnen ist ein Lawineninformationssystem (C. Suter), in welchem Bergführer
(oder andere zuverlässige Beobachter) dank Mobiltelefonverbindungen laufend
aktuelle Lagebeurteilungen senden und erhalten. Andere Autoren (J. Fitzke, A.
Wiedman, M. Zhang) beschreiben, wie Qualität und
Zuverlässigkeit der nutzergenerierten Daten zusammen mit bestehenden GIS-Daten
kombiniert, überprüft und verbessert werden können. Zuverlässig, aktuell und wirksam sind Daten,
die von Netzen von festen oder mobilen Sensoren laufend aktualisiert und
übermittelt werden (K. Spies, Ch. Heier, D. Mothes, C. Michl, R. Klipp, S. Jirka, C. Stasch). Sie
werden eine immer wichtigere Rolle spielen bei der Fortführung von schnell
ändernden Attributsdaten und für die Modellierung und Vorhersage von
Phänomena, die aus diesen Daten
berechnet werden können. Zu erwähnen sind hier meteorologische und hydrologische
Informationssysteme, Verkehrsüberwachungssysteme usw.
Die
dritte Thematik, die einen immer grösseren Mehrwert in die Geoinformation
bringen wird, ist die Erweiterung der Geometrie auf die dritte Dimension. Die
Idee ist seit langem bekannt, aber die operationelle Realisierung erfordert
trotzdem die Überwindung vieler Hindernisse. Die grössten Probleme liegen in
der Gewährung von Aktualität, Flächendeckung, Detaillierungsgrad und Finanzierbarkeit der dreidimensionalen
Information. Im ersten Beitrag zu diesem Thema (Autor: A. Reimers) wird durch
einen realisierten Lösungsansatz für eine ganze Stadt gezeigt, dass
Vollständigkeit, geregelte Fortführung, homogene Detaillierungsstufen und
Verschmelzung der Volumeninformationen mit den bestehenden zweidimensionalen
Daten (Kataster) realisiert werden können. Andere Autoren (R. Bleifuss, J.
Liebscher, A. Donaubauer, T. Kohoutek, R. Mautz) zeigen Lösungswege, mit
welchen interoperable Dienstleistungen mit dreidimensionalen Objekten dank
CityGML realisiert werden können. Eine weitere Herausforderung im Bereich der
3D-GIS sind erweiterte Analysefunktionen, die wesentlich vielseitiger sein
müssen als in herkömmlichen 2D-GIS. Einige Beiträge (P. Willkomm, A. Zipf)
zeigen anhand von ausgewählten Applikationen die Vielfalt der Bedürfnisse
(Geomorfologie, topografische Orientierung, WEB-Analysen usw.). Die dritte
Dimension kann auch Bereiche beeinflussen, die über Jahrhunderte ihre
traditionelle Ausführungsform behalten
haben. Angesprochen sind hier die klassischen Atlanten, die in verschiedenen
Ausführungen für Schulen, Reisen, Politik, Markt, Geologie usw, gebraucht
werden. In ihrem Beitrag zeigen C. Heberling und R. Sieber, wie die
Informationstechnologie dank dritter Dimension und fast unbegrenzter
Speicherung thematischer Attribute eine vollständige Wende in der Herstellung
solcher Werke ermöglicht haben.
Das
Buch kann allen Fachleuten, die sich mit den modernen Formen der Geoinformation
befassen, empfohlen werden.





Ein kompakter Überblick über den Runder Tisch GIS e.V.