Pressemitteilung Semantische Modelltransformation

Pressemitteilung
München, 22.03.2011

Ergebnisse und Empfehlungen des 2. Workshops „Semantische Modelltransformation im Kontext von INSPIRE“
Am 22.03.2011 hat im Rahmen des 16. Münchner Fortbildungsseminar Geoinformationssysteme der bereits 2. Workshop zum Thema Semantische Modelltransformation stattgefunden. Zum ersten Mal veranstaltet wurde der Workshop im März 2010 beim 15. Fortbildungsseminar Geoinformationssysteme. Der große Erfolg des Workshops und die weiterhin steigende Aktualität des Themas führten den Runder Tisch GIS e.V. zu der Entscheidung, dass der Workshop dieses Jahr unbedingt erneut stattfinden sollte; die große Resonanz mit 24 Teilnehmern aus Behörden, Forschung und Industrie bestätigte dies. Die Leitung des Workshops hatte Herr Dr. A. Illert (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie) inne.

Schwerpunkt des Workshops bildeten Vorträge, in denen aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Industrie vorstellt wurden. Die Einführung übernahm Herr Dr. A. Illert (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie), welcher gleichzeitig auch einen Überblick über den Status von INSPIRE gab. Anschließend wurde in Präsentationen der aktuelle Stand von Lösungsansätzen zur semantischen Modelltransformation sowohl aus Sicht der Forschung wie auch aus Sicht der Industrie ausgetauscht. Die Forschungsseite wurde durch die Forschungsprojekte „Comparative Studies Regarding Modeling and Schema Translation in the Lake Constance Region“ (C. Eisenhut, Eisenhut Informatik AG; T. Kutzner, Technische Universität München), „HUMBOLDT“ (A. Fichtinger, Technische Universität München) und „mdWFS: Model-driven approach for accessing distributed spatial data using Web Services - demonstrated for cross-border GIS applications“ (Dr. A. Donaubauer, ETH Zürich; Dr. P. Staub, swisstopo) repräsentiert. Von Seite der Industrie waren vertreten: AED-SICAD AG (M. Müller), grit GmbH / Snowflake Software (O. Schimmich), 1Spatial (L. van Linden) sowie Safe Software (D. Hintz).
Diskussionen und Erfahrungsaustausch resultierten schließlich in einer Reihe von Ergebnissen und Empfehlungen für weitere Forschungsarbeit im Bereich der semantischen Modelltransformation:
 

Ergebnisse

  • Nach Aussage von Datenanbietern wird die Transformation in die INSPIRE Data Specifications in naher Zukunft nicht on-the-fly durchgeführt werden, was auf Performanzprobleme mit großen Datensätzen und komplexen Modellen zurückzuführen ist.
  • Aktuelle Transformationswerkzeuge verwenden (grafische) Schemata für den Import von Modellen und zur Unterstützung des Nutzers bei der Definition von Transformationsregeln. Die Transformation selbst wird jedoch üblicherweise auf logischer/physischer Ebene definiert und ausgeführt.
  • Was die Transformation auf semantischer Ebene betrifft, so stellen verschiedene Ansätze für die Definition von UML-Profilen, wie es z.B. in Deutschland und der Schweiz der Fall ist, ein Problem dar. UML-Profile werden nämlich auf unterschiedliche Weise definiert, z.B. mit oder ohne Erweiterung des UML-Standards.
  • Für Systemanbieter ergeben sich überwiegend aus der Komplexität der Modelle (AAA und INSPIRE) und aus der Verständlichkeit der Modelle Schwierigkeiten bei der Implementierung von Transformationen nach INSPIRE.

Empfehlungen

  • Einigung auf Modellierungs- und Transformationssprachen, bevor Systemanbieter die modellbasierte Transformation realisieren.
  • Vereinfachung von Modellen anstreben.
  • Keine Definition neuer UML-Profile, sondern Verwendung eines Kern-UML-Profils. Konsequente Anwendung der modellgetriebenen Architektur (MDA).
  • Festlegung von Regeln zur Ableitung einfacher (flacher) Strukturen aus dem AAA-Modell durch die AdV.
    Veröffentlichung empfohlener Vorgehensweisen für die gemeinschaftliche Erarbeitung von Transformationsregeln.
  • Leichter lesbare Dokumentationen zu Datenmodellen.
  • Bereitstellung von Beispieldaten zusammen mit der Dokumentation (für Testen, etc.).
  • Befragung des Endanwenders, z.B. mittels Umfragen.
  • Berücksichtigung der Skalierbarkeit.
  • Entwicklung von Standards aus Projekten heraus und nicht umgekehrt, d.h. mehr praktische Forschung und Testen, bevor Standards festgelegt werden.
  • Kooperationen zwischen Softwareanbietern und Endnutzern/Universitäten, um Feedback bzgl. der Nutzbarkeit entwickelter Transformationswerkzeuge einzuholen.

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